Texte und Hörproben

Wie ein Tag weiss

aus einer Nacht kriecht
Licht auf die besetzten
Orte fällt ein Wind irdisch
vergnügt in Gott versucht
Gespenster zu verjagen
zwischen Haut und Herz
als wäre es zu fassen
ein Ich sich Wörter
von den Lippen reissen
lässt greift eine Hand
die andere im Glück
oder so ähnlich

Aus: Luftblaumesser

Hörprobe (MP3)
Aufnahme: Michel Seigner

 

Aber

du kannst nicht wissen, wo du bist,
weil Nebel herrscht, und du schließt die Augen, Schönheit ist, wo Augen ruhen können, und du schließt die Augen, um zu sehen, was das Wasser sieht. Und du gehst die Straßen, ganz und gar anderswo, silently and very fast … und du denkst die Wellen,


aber niemandem wäre dies zuzuschreiben, noch das übliche Nebelmeer, oder was doch übers Rot zieht, das Viereck links unten, Quadrat, aber unten, links unten, das Nebelmeer … oder was schwebt, schwingt, quillt – Licht hätte da nicht geholfen, oder ob da noch eine Kuppel zu zeigen gewesen wäre, oder eine rote Ziegelfarbe, ein Brunnen, oder die Spiegelung einer Brücke
… Kontamination,
Vermischung, Vermengung, Vermeerung …
ein Wasser entlang.
Das Wissen, dass nach dem Regen Luft sein wird.

Aus: Farbtreiben

Hörprobe (MP3)
Aufnahme: Ulrich Suter; publiziert in Unterm gestohlenen Bild, cultures, Schöftland 1998

 

Scapes

sehfächrig,
oder vom Aufwerfen, von Farben, oder was an den Ästen raschelt
und über den Gebrauch von Blau oder Grün oder Rot,
ein Farbstück, die Farbe ausgebreitet,
und schon nicht mehr.
Und keine Frage nach dem Warum, ein machtvoll sitzender Klang, Versuchung,
des Sehens, Malstrom, oder wenn alles überschwappt,
… Federarbeit,
das Flügelflimmern, Farbe, in eine Hand
hinzuhalten, Flirren, ein machtvoll sitzender Klang, Versuchung
eines Sehens, Seidengespinst, so Zungen,
das Erwandern einer Farbe, oder nach richtigem Maßstab,
oder beidhändig, wie die Liebe.
An den Ecken rollt sich die Landschaft ein.

Aus: Farbtreiben

Hörprobe (MP3)
Aufnahme: Ulrich Suter; publiziert in Sehstück, cultures, Schöftland 2000